"Kürzungen drohen immer!"

Der DFV in Sachsen-Anhalt ist noch jung – und schon ein profilierter, engagierter  Landesverband. 1991 wird der DFV gegründet, er will Familien stärken, Jugend- und Seniorenarbeit, Bildungs- und Erziehungsarbeit fördern. Der Beratungsbedarf nach dem Untergang der DDR ist groß: In Schule, Beruf und Privatleben müssen sich die Menschen vollkommen neu orientieren. Der DFV übernimmt 1993 eine Begegnungsstätte für Senioren, darin findet auch die Geschäftsstelle ihren Platz. Die meist ehrenamtliche Arbeit gelingt unter schwierigen Bedingungen. Ende der Neunziger Jahre schon beginnt der Verband, ein neues Profil zu gewinnen.

Ren sw querKommunikation heißt das Zauberwort seitdem. Der Verein bietet Mediation und Beratung an, leistet Jungen- und Männerarbeit und stellt in zwölf Schulen die Schulsozialarbeiter. Mit dem noch jungen Projekt "Starke Mädchen können fliegen" bietet der Verband auch ein Anti-Gewalt-Training für Mädchen im Alter zwischen zwölf und achtzehn Jahren an. „Was den DFV hier ausmacht, ist die fachliche Arbeit. Sie ist spannend und innovativ. Wir schauen uns immer um, wo es noch Bedarf geben könnte“, so sieht es René Lampe. Er ist gemeinsam mit Nadine Schulz Geschäftsführer des DFV in Sachsen-Anhalt. Genau deshalb ist er 1999 eingetreten, hat mit dem früheren Landesgeschäftsführer Olaf Friedersdorf die erste Jungen- und Männerberatungsstelle konzipiert und aufgebaut.

Neue Wege wagen

„So eine Beratungsstelle brauchen wir hier“, war und ist er überzeugt. „Wir müssen Jungen und Männer auf dem Schirm behalten.“ Zu stark liege der Fokus manchmal auf der Gleichstellung der Frau. „Wir brauchen eine moderne Gleichstellungspolitik! Hier können wir mit unserer Arbeit etwas anschieben“, ergänzt der Sozialpädagoge und systemische Familientherapeut. Moderne Gleichstellungspolitik heißt in der Praxis des DFV Sachsen-Anhalt, dass die Geschäftsführung mit Nadine Schulz und René Lampe paritätisch besetzt ist. Das gilt auch für das Gesamtteam: Dass es fast hälftig aus Frauen und Männern besteht, ist eben kein Zufall.

Screenshot HomepagePionierarbeit zu leisten, ist eine Kompetenz dieses Teams. Auch im Fall der Schulsozialarbeit im DFV war es Olaf Friedersdorf, der den Grundstein für diesen Bereich legte. Das Pilotprojekt an der Magdeburger Ganztagssekundarschule „Thomas Müntzer“ 1998 war der Beginn. Zuhören, miteinander reden, Konflikte altersgerecht und friedlich lösen, Hilfe anbieten – die Schulsozialarbeiter sind eine wichtige Bezugsperson für die Schüler. Und auch an die Eltern kommen sie über diesen Weg meist ohne Probleme heran, erzählt René Lampe. Und das ist unverzichtbar: Denn nur wenn die Eltern mit im Boot sind, kann die Arbeit Früchte tragen.

Und das tut sie. „Unser Jungenarbeitskreis zum Beispiel arbeitet inzwischen selbstständig, wir begleiten nur noch“, sagt René Lampe. Diese Entwicklung freut ihn, weil sie zeigt, dass das Team auf dem richtigen Weg ist. Es gibt Familienbegegnungsangebote, die gemeinsam mit dem Jugendamt durchgeführt werden. „Die Familien kommen inzwischen zu uns und fragen, wann es wieder losgeht. Werben müssen wir dafür kaum noch.“ Woran das liegen mag? René Lampe sieht den Grund im Konzept. „Wir arbeiten inhaltlich und versuchen, eine gute Mischung zwischen Inhalt und Spaß hinzubekommen.“ Die Philosophie sei, gemeinsam etwas zu erarbeiten. Die Eltern zu unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben – miteinander eine Lösung zu finden, sei das Credo.

Mediation

Was für Kinder gilt, ist auch für Erwachsene das kleine Einmaleins. Wie streite ich richtig? Was tun, wenn es scheinbar keinen Ausweg gibt? Probleme am Arbeitsplatz, im Team, in der Schule, mit dem Vermieter – der DFV Sachsen-Anhalt setzt einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Mediation. Mediatoren helfen, Entscheidungen zu treffen, in Konflikten zu vermitteln oder Streitenden überhaupt einen neutralen Ort zur Auseinandersetzung zu bieten.

Und der Bedarf ist groß. Seit 1998 bildet der DFV Mediatoren aus: Im März startete eine neue Ausbildung in Magdeburg. Die 15 Teilnehmer müssen rund 2500 Euro dafür aufbringen, DFV-Mitglieder etwas weniger. Um die Finanzierung zu erleichtern, hat der DFV nach Unterstützern gesucht – und mit der Investitionsbank schließlich eine Fördermöglichkeit gefunden. Im Juni 2015 werden die frischgebackenen Mediatoren ihre Ausbildung abschließen. Die DFV-Berater arbeiten übrigens auch mit der Hochschule Magdeburg-Stendhal zusammen. Drei Seminare werden dort von DFV-Mitarbeitern geleitet.

Und das liebe Geld?

Mann jagt Geld nach Minerva Studio„Unsere Finanzierung ist ein bunter Mix“, sagt René Lampe. Er und seine Kollegen arbeiten mit Landesgeldern, Geld von der Kommune, aus Projektförderungen und Stiftungen. Für die Geschäftsstelle gibt es eine institutionelle Förderung vom Land. Damit alles läuft und alle Mitarbeiter nach Tarifvertrag bezahlt werden können – das ist den Geschäftsführern wichtig – müssen immer wieder Anträge geschrieben und neue Ideen entwickelt werden. Viele Projekte sind befristet. „Wir machen wirklich gute Arbeit. Aber wir kämpfen um jeden Euro. Denn Kürzungen drohen immer.“ Mancher Projektantrag ist mündlich zugesagt, auf den schriftlichen Bescheid wartet Lampe immer noch. Diesen Spagat auszuhalten, ist Alltag in seinem Berufsleben.

Glücklicherweise gibt es viele Unterstützer. Praktikanten helfen an allen Ecken, Ehrenamtliche könnten noch stärker einbezogen werden. Das Feedback der Menschen in Sachsen-Anhalt ist positiv. Und immer gibt es neue Ideen. Da der Verband gerade ins Bürgerzentrum umgezogen ist, bieten neue Räume perspektivisch ganz neue Möglichkeiten. Der Verein leistet viel Arbeit im Bereich der Freiwilligkeit (Mediation, Beratung). Interessant wäre, auch Pflichtleistungen einen Rahmen zu bieten, überlegt René Lampe. Etwa, wenn Elternteile ihre Kinder nur unter Aufsicht treffen dürfen. Noch ist das Zukunftsmusik.


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