Filmtipp: Die Würde und der Mut des Menschen

MS Plakat De kleinEs ist ein berührender Film geworden. Was als Abitur-Projekt begann, wurde zu einer beeindruckenden Auseinandersetzung mit dem Leben, der Krankheit Multiple Sklerose und der Würde des Menschen. Gedreht hat den Film „Multiple Schicksale. Vom Kampf um den eigenen Körper“ der damals 18-jährige Schweizer Jann Kessler. Seine Mutter ist früh an MS erkrankt, liegt seit Jahren im Pflegeheim und kann nicht mehr kommunizieren. Um zu verstehen, was die Krankheit für die Patienten bedeutet und um die Sprachlosigkeit innerhalb der Familie zu beenden, porträtiert Kessler nicht nur seine Mutter, sondern auch sechs weitere Menschen, deren Leben von der Krankheit irgendwann aus der Bahn geworfen wurden. Sensibel und ehrlich zeigt der junge Filmemacher, wie die Betroffenen und ihre Familien versuchen, mit der Diagnose und den körperlichen Einschränkungen zu leben.

Kessler porträtiert Frauen und Männer, junge und ältere. Und so verschieden diese Menschen und ihre Lebenssituationen sind, ist auch ihr Umgang mit der Krankheit, sind ihre Gedanken über das Leben mit MS. Nicht mehr zu funktionieren, am Arbeitsplatz allenfalls noch „ertragen“ zu werden, schließlich nicht mehr arbeitsfähig zu sein, den Haushalt kaum noch zu bewältigen, auf Hilfe der Familie oder eines Pflegedienstes angewiesen zu sein – Jann Kessler zeigt die Auseinandersetzung der Porträtierten mit ihrem persönlichen Lebenswert, der eigenen Würde und der Krankheit, die den Alltag aller bestimmt. Je jünger die Patienten, umso tragischer erscheinen die Einschränkungen. Statt in ihrer vollen Kraft zu stehen und Partys zu feiern, kämpfen Luana (18) und Melanie (27) in der Physiotherapie um den Erhalt ihrer Mobilität. Ihre Ideale haben sich mit der Diagnose grundsätzlich gedreht. Sie müssen jetzt körperlich kürzer treten, neue Prioritäten setzen.

MS Bernadette kleinDer Film zeigt die Kraft der Menschen und ihren Kampf um Selbstbestimmung – im Leben wie im Tod. Bernadette (55) fragt sich einerseits, ob es wirklich so schlimm wäre, nicht mehr da zu sein. Sie kann kaum noch stehen, muss von ihrem Mann aus dem Rollstuhl ins Bett gehoben werden. Andererseits sitzt sie in ihrem neuen Elektromobil und erobert sich lachend einen größeren Radius zurück. Der junge Filmemacher weicht selbst dem Wunsch eines MS-Kranken nicht aus, selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden. Er zeigt in sensiblen und unaufdringlichen Bildern den - in der Schweiz legalen - Selbstmord Rainers im Kreis seiner Familie. Er hat sich die Unterstützung von „Exit“ geholt, einer Organisation, die unheilbar kranke Menschen in den Freitod begleitet.  

Während des Drehs gelingt Kessler eine zarte Annäherung an seine verstummte Mutter. Er liest ihr immer wieder vor und lässt Zitate aus Hermann Hesses für Kessler sehr bedeutsamen Entwicklungsroman „Siddhartha“ in den Film einfließen. Kesslers Mutter hat auf ihrem Weg mit der Multiplen Sklerose das Schweigen und die Verdrängung als Strategie gewählt. Das ist eine, aber nicht die einzige Möglichkeit, mit einer unheilbaren Krankheit zu leben, zeigt der Film ihres Sohnes.

Der Film „Multiple Schicksale“ ist absolut sehenswert, weil er vom Leben erzählt – mit seinen guten wie schlechten Tagen. Kessler fokussiert nicht aufs Kranksein, das Leid und die Hoffnungslosigkeit. Seine Stärke ist, bei der Realität zu bleiben – ohne Effekthascherei oder Alles-wird-gut-Mentalität. Er widmet sich mit der Kamera einfühlsam Menschen, die um ihr Leben kämpfen, sich immer wieder schöne Momente schaffen und begreifen müssen, dass nichts ewig währt. Wie sie damit umgehen, verdient ebenso großen Respekt wie das mutige Projekt selbst. Der Film kommt am 15.September 2016 in die deutschen Kinos. Wo er läuft, lesen Sie hier.


Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems (Gehirn und Rückenmark). Wie schwer der Verlauf ist und wie stark verschiedene Symptome ausgeprägt sind, ist von Patient zu Patient verschieden. Motorische Störungen, Erschöpfung, Sehstörungen, Taubheitsgefühl und Steifheit in den Extremitäten gehören zum Krankheitsbild. Diagnostiziert wird MS meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Selten tritt sie auch im Kindes- und Jugendalter auf. Nach Angaben der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft sind in Deutschland rund 200.000 Menschen an MS erkrankt. Ausführliche Informationen, Tipps und Beratung gibt es hier.

 

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