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Mieten - Wohnen ist Luxus!

Wohnen in Deutschland ist für Familien teuerWo soll das eigentlich noch hingehen? Bezahlbarer Wohnraum ist heute in einigen Städten Deutschlands „heiße Ware“. Bei Besichtigungsterminen drängeln sich die Bewerber und versuchen, den Vermieter oder Makler auf die eine oder andere Weise von sich zu überzeugen. Und währenddessen explodieren die Mieten vielerorts.

Familien haben es da oft besonders schwer. Sie brauchen genug Raum und einen der Lebenssituation angemessenen Schnitt der Wohnung – eine Wohnung mit großzügiger Galerie oder zwei Zimmer auf 90 Quadratmetern helfen ihnen nicht weiter. Eine Studie der empirica AG im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hat nun untersucht, welche Auswirkungen die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt für Familien hat - vor allem, wenn das Einkommen niedrig ist. Für 38 Beobachtungsräume und die 100 einwohnerstärksten Städte in Deutschland liegen Ergebnisse vor, die auch den regionalen Bezug von Einkommen, Einkommensarmut und Wohnungspreisen berücksichtigen.[1]   

Was bleibt einer vierköpfigen Familie nach Abzug der Miete? Oftmals weniger als Hartz IV

Was bleibt einer vierköpfigen Familie nach Abzug der Miete, wenn sie über weniger als 60 Prozent des ortsüblichen mittleren Einkommens verfügt? Laut Bertelsmann Stiftung ist das in 60 der 100 untersuchten Städte weniger als das Geld, das eine Familie mit Hartz IV-Bezug zur Verfügung hat. Als Modell dient eine Familie mit zwei Kindern im Alter zwischen 0 und 7 Jahren sowie 7 und 14 Jahren. „Familien aus der unteren Mittelschicht und oberen Unterschicht geraten in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt finanziell stark unter Druck“, kommentiert Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. „Armut muss in Deutschland stärker regional erfasst und bekämpft werden.“

Vor allem in Städten oder Regionen, wo Wohnraum knapp und deshalb teuer ist, wird es für Familien finanziell eng. Konkret und laut Studie heißt das: Einer Modellfamilie in Jena bleiben nach Abzug der Miete 666 Euro im Monat. Das verfügbare Einkommen liege damit 43 Prozent unter der staatlichen Grundsicherung (1.169 Euro). Die Studentenstadt wächst, bezahlbare Wohnungen seien Mangelware. Auch in Frankfurt/Main, Freiburg oder Regensburg landeten einkommensschwache Familien deutlich unter Hartz IV-Niveau (37, 33 und 26 Prozent). Jeder zweite Euro müsse für die Miete aufgewendet werden.

Einkommen und Mieten können in manchen Regionen allerdings auch ein unaufgeregtes Verhältnis haben. Die Studienmacher zitieren Heilbronn, wo der Modellfamilie bei guten Durchschnittsgehältern und einem entspannten Wohnungsmarkt monatlich 1.941 Euro bleiben - 66 Prozent mehr als die staatliche Grundsicherung. Ähnlich sehe es in Iserlohn, Witten und Bergisch-Gladbach aus. In Iserlohn und Witten müssten Familien nur jeden fünften Euro für ihre Miete ausgeben.

Der bundesweite Durchschnittswert, den eine Familie fürs Wohnen ausgebe, liege bei gut 30 Prozent des Einkommens. In diesem Segment tendiert das Wohnungsangebot in vielen Städten allerdings gegen null, heißt es in der Studie. In Frankfurt/Main, Konstanz oder Potsdam könnten sich Familien mit niedrigen Einkommen von allen familiengerechten Angeboten nur jede hundertste Wohnung leisten. Das heißt allerdings noch lange nicht, dass sie sie auch bekommen.

Wohnen ist Armutsrisiko für FamilienFazit der Studie - Wohnen kann Armutsrisiko sein

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass einkommensschwache Familien – obwohl sie nicht als arm gelten – angesichts der lokalen Mietkosten unter die Armutsschwelle geraten können. Sie müssten einen höheren Anteil ihres Einkommens für die Miete zahlen, als andere Haushalte. Da das Geld nicht reiche, bliebe ihnen nur, in günstigere und oft entlegenere Gegenden ziehen.

Armut ist unbestritten ein Entwicklungsrisiko. Wer nicht genug Geld zum Leben hat, habe meist auch zu wenig, um Kultur- und Bildungsangebote wahrzunehmen. Vor allem für Kinder habe das gravierende Folgen, sagt Jörg Dräger. „Armut beeinträchtigt das Aufwachsen von Kindern. Wir müssen vor Ort genauer hinschauen, welche Familien mit Kindern mehr Unterstützung für gute Bildungs- und Entwicklungschancen benötigen.“ Die Konzentration der Armut auf einzelne Quartiere führe zu einer sozialen Ausgrenzung im gesamtstädtischen Zusammenhang. Dies sei für Kinder und Jugendliche spürbar.

Damit sie gut aufwachsen können, brauche es das Engagement der Kommunen. Kurzfristig müsse analysiert werden, wie es um den jeweiligen städtischen Wohnungsbau stehe, um Engpässe für verschiedene Zielgruppen zu erkennen und darauf reagieren zu können. Ein Blick auf die verschiedenen Stadtviertel sei wichtig, um kleinräumige Entwicklungen sichtbar zu machen.

Und nun?

Hohe Mietkosten und das Abdrängen Einkommensschwächerer an den Stadtrand sind das Eine. Dass Familien so wenig Geld in der Haushaltskasse haben, hat aber weitaus mehr Gründe. Und die gilt es, endlich aus dem Weg zu schaffen:

Familien müssen die Möglichkeit haben, ihre Existenz selbst zu sichern und für sich zu sorgen. Auf das selbst erwirtschaftete Existenzminimum aller Familienmitglieder darf vom Staat nicht über Steuern und Abgaben zugegriffen werden. Es ist schon traurig genug, dass das Existenzminimum eines Kindes künstlich niedrig gerechnet wird. So hält die Bundesregierung für ein Kind eine Wohnfläche von 12qm zu einem Mietpreis von 6,32 EUR/qm für angemessen (9. Existenzminimumbericht). Familien, die nicht in der Lage sind, das Existenzminimum ihrer Kinder zu erwirtschaften, muss geholfen werden – so gibt es das Sozialstaatsgebot vor.

 

Link zur Studie



[1] Die Studienergebnisse basieren auf Sonderauswertungen des Mikrozensus 2011, die Daten zu den Wohnkosten auf einer Sonderauswertung der empirica-Preisdatenbank.

Foto: Flickr / Nozav; Bertelsmann Stiftung (Karte)

 

Unsere Stimmen zur Familienpolitik

Wir werden die Programme der Parteien zur Bundestagswahl 2013 einem "Familien-TÜV" unterwerfen. Grundlage sind Forderungen unseres Bundesverbandstages und "Ideen für ein kinderfreundliches Land" unserer Fachtagung "Zeit für Familie". 

Wichtigste Handlungsfelder sind eine gerechte Sozialversicherung, finanzielle Entlastungen für Familien, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie das Familienwahlrecht.

  

Unsere Stimmen verkörperten:

  • Dr. Albin Nees, Präsident des Deutschen Familienverbandes a.D. / Staatssekretär a.D.
  • Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.D. / Kuratoriumsvorsitzende des Deutschen Familienverbandes
  • Dietmar Herold, Stellv. Vorsitzender DFV-Gunzenhausen
  • Christiane Lambrecht, Sprecherin Aktionsbündnis Familie
  • Peter Beyer, Vorsitzender DFV-Landesverband Bremen
  • Almut Patt, Stadträtin und Familienrechtsanwältin
  • Eva Maria Jensen, Vorsitzende DFV-Landesverband Berlin a.D.
  • Jutta Staudt, Vorsitzende DFV-Landesverband Sachsen a.D.
  • Martina Nees
  • Cornelia Spachtholz, Sprecherin AK Familie im Kölner Bündnis für Familien
  • und andere ... 

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