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Immer mehr Jugendliche zieht es ins europäische Ausland

erasmus logoDas Studium der Kinder ist für viele Eltern der erste große Einschnitt ins gemeinsame Familienleben. Die Sprößlinge ziehen meistens aus dem elterlichen Haus in eine Wohngemeinschaft oder mieten sich ein Zimmer im Studentenwohnheim einer Universitätsstadt. Die Eltern sehen und fühlen, wie sich aus ihren Kindern junge Erwachsene entwickeln - und sprichwörtlich flügge werden. Ein weiterer großer Schritt für die Familie folgt meistens zwei Jahre später: Das Studieren im Ausland - und das steht bei Studenten sehr hoch im Kurs.

Die Teilnehmerzahlen am Erasmus-Programm der Europäischen Union erreichen einen neuen Höchststand. Für das letzte Hochschuljahr 2012/2013 ermittelt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) einen neuen Rekord von rund 35.000 Studenten aus Deutschland, die mit Erasmus in 33 anderen europäischen Ländern einen Teil ihres Studiums oder ein Praktikum absolvierten. Das sind rund 2.000 Studierende mehr als im Vorjahr. Dazu kommen mehr als 4.000 deutsche Hochschulangehörige, die im letzten Jahr mit Erasmus an einer ausländischen Hochschule unterrichtet oder an einer Weiterbildungsmaßnahme im Ausland teilgenommen haben.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka sieht die erfreuliche Entwicklung als eine Bestätigung dafür, das Programm mit einer deutlich besseren Finanzausstattung unter dem Dach von Erasmus+ fortzusetzen: "Erasmus ist eine europäische Erfolgsgeschichte und ein ermutigendes Zeichen für die junge Generation in Europa. Ich freue mich, dass immer mehr junge Menschen aus Deutschland und Europa die Chance für einen Bildungsaustausch über Ländergrenzen hinweg nutzen. International ausgebildete Fachkräfte stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland und Europa."

Die Präsidentin des DAAD, Margret Wintermantel, unterstreicht die Bedeutung von Erasmus als Motor für die Auslandsmobilität deutscher Studenten und betont zudem die wichtige Rolle, die das Programm bei der Entwicklung der Persönlichkeit und einer europäischen Identität spielt. "Wir brauchen dringender denn je Programme wie Erasmus, das Europa für Lernende und Lehrende durch persönliche Erfahrungen erlebbar und fassbar macht."

Erasmus ist nicht nur das weltweit bekannteste Mobilitätsprogramm, sondern auch eine wichtige Möglichkeit der Internationalisierung für über 3.000 Hochschulen in Europa, darunter 325 aus Deutschland. Über 30.000 Personen ausländischer Partnereinrichtungen kamen im letzten Jahr mit Erasmus an deutsche Hochschulen, um dort zu studieren, zu lehren oder sich fortzubilden. Von dieser "Internationalisierung zuhause" profitieren auch die Studierenden, denen keine Auslandserfahrung möglich ist.

Die im Erasmus-Studentenaustausch aktivsten Hochschulen in Deutschland sind die Technische Universität München (886 Geförderte), die Ludwig-Maximilians-Universität München (801) und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (781).

Die beliebtesten Gastländer der deutschen Erasmus-Studierenden sind beim Auslandsstudium: Spanien (5.419 Geförderte), Frankreich (4.789) und Großbritannien (3.132).

Die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament haben im Dezember 2013 mit Erasmus+, dem neuen EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, die Fortsetzung der bisherigen Programmgeneration beschlossen. Rund 15 Milliarden Euro stehen dafür in den Jahren 2014 bis 2020 zur Verfügung. Das sind rund 40 Prozent mehr als bisher. Im Hochschulbereich werden alle bewährten Maßnahmen weitergeführt und durch neue Fördermöglichkeiten ergänzt. Seit 1987 wurden mit Erasmus drei Millionen Studenten europaweit gefördert, darunter über 450.000 aus Deutschland.

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